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Artenliste

Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)

Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)

Jungfer im Grünen (Nigella damascena)
Jungfer im Grünen (Nigella damascena)

Meistens handelt es sich um krautige Pflanzen, sehr häufig sind es mehrjährige Pflanzen.

Wuchsform - Habitus

Busch-Windröschen (Anemone nemorosa)
Busch-Windröschen (Anemone nemorosa)

Spross

Oft sind die wechselständigen Blätter geteilt beziehungsweise gegliedert. Es sind meist keine Nebenblätter vorhanden.

Blüte

Blauer Eisenhut (Aconitum napellus)
Blauer Eisenhut (Aconitum napellus)

Die Vertreter der Familie der Hahnenfußgewächse weisen innerhalb der Bedecktsamer sehr ursprüngliche Merkmale auf.

Die Blüten sind meistens zwittrig. Die Blütenhülle besteht, im Gegensatz zu der Überzahl der anderen Taxa der Bedecktsamer, nur aus einem Blütenblattkreis. Die Zahl der Blütenhüllblätter variiert innerhalb der Familie von vier Blütenhüllblättern zum Beispiel bei Waldreben bis zu vielen Blütenhüllblättern zum Beispiel beim Scharbockskraut.

Die Staubblätter und die Fruchtblätter sind meistens in Vielzahl vorhanden. Die Fruchtblätter stehen meist frei (=chorikarp) und sind nur bei wenigen Taxa verwachsen.

Bei vielen Taxa sind Nektarblätter vorhanden, das sind Nektar absondernde Blütenorgane, die sich von den Antheren (Staubblättern) ableiten und kein echtes Kronblatt darstellen.

Während einige Gattungen wie Akelei und Eisenhut kompliziert dorsiventral aufgebaute Blüten haben, weisen die meisten Hahnenfußgewächse nur einfache radiärsymmetrische Blüten auf.

Früchte und Samen

Sumpfdotterblume (Caltha palustris) Balgfrucht mit Samen
Sumpfdotterblume (Caltha palustris) Balgfrucht mit Samen

Auch die meisten Früchte der Hahnenfußgewächse zeigen relativ ursprüngliche Merkmale, besonders die Balgfrüchte. Daneben gibt es auch Taxa mit Nüsschen. Einige wenige Taxa bilden Kapselfrüchte oder Beeren.

Gifte und Wirkstoffe

Pflanzen aus der Familie der Hahnenfußgewächse enthalten Giftstoffe. Je nach Pflanzenart und aktuellem Gehalt an Giftstoffen kann die Giftwirkung von gering bis tödlich sein. Bei allen Hahnenfußgewächsen ist daher Vorsicht geboten, sowohl für den Menschen als auch bei der Verwendung im Tierfutter.

Ein typischer Giftstoff ist das Alkaloid Protoanemonin. In vielen Ranuculaceen tritt wird das Glucosid Ranunculin gebildet. Der Zuckeranteil wird enzymatisch abgespalten und es entsteht das giftige Protoanemonin. Werden Hahnenfußgewächse gegessen, so kann die enzymatische Spaltung auch im Verdauungstrakt geschehen. Protoanemonin führt dann zu Erbrechen, Durchfall, Schwindelanfällen, Krämpfen sowie Lähmungen. Bei Verletztungen der Pflanzen tritt Protoanemonin aus. Bei Kontakt mit der Haut kann dies zu Rötung, Juckreiz und Blasenbildung auf der Haut (Hahnenfußdermatitis) führen. Beim Trocknen der Pflanzen verbinden sich zwei Moleküle Protoanemonin zum Dimer, dem Anemonin. Es ist chemisch weniger aktiv und damit weniger giftig. Von Hahnenfußgewächsen im Heu geht daher eine geringer Gefahr für des Vieh aus.


Ein weiter und berüchtigter Giftstoff ist das Aconitin. Dies ist der wesentliche Giftstoff in allen Arten der Gattung Eisenhut (Aconitum). Aconitin ist eines der stärksten Pflanzengifte. Aconitin wirkt auf alle Nervenzellen. Es verlangsamt den Herzschlag; bei einer tödlichen Dosis führt dies zum Herzstillstand.